Vorschau: Qualifikation der Männer

159 Turner aus 35 Nationen treten bei den Europameisterschaften Basel 2021 an. Auch bei den Männern hatten die meisten Turner ihren letzten internationalen Wettkampf bei den Weltmeisterschaften im Oktober in Stuttgart. Bei der EM 2020 traten viele Nationen wegen der Corona-Pandemie nicht an. Bei der Europameisterschaft Basel 2021 wollen die Athleten zeigen, dass sie die lange Trainingszeit ordentlich genutzt haben. Alle fiebern auf den Saisonhöhepunkt hin: die Olympischen Spiele in Tokio.

Dafür gibt es auch noch zwei Tickets zu vergeben, nämlich für die besten Mehrkämpfer, die noch nicht durch die Ergebnisse in Stuttgart qualifiziert ist. Im Vordergrund steht in Basel natürlich der Kampf um die Medaillen. Erste Fingerzeige der Medaillenanwärter gibt es morgen in der Qualifikation für das Mehrkampffinale am Freitag und die Gerätefinals am Samstag und Sonntag zu sehen.

Wir haben für euch eine Übersicht, wer in welcher Subdivision antritt.

Subdivision 1: 10-12.40 Uhr

Illia Kovtun und Volodymyr Kostiuk sind zwei junge Ukrainer, die bei den Jugendweltmeisterschaften 2019 auf sich aufmerksam machten. Beide dürfen erst seit diesem Jahr bei den Senioren starten, Kovtun ist besonders stark am Barren. Die beiden beginnen zusammen mit Karim Rida, Andreas Toba und Nick Klessing aus Deutschland am Reck. Bei seiner ersten Senioren-WM schaffte Klessing gleich den Einzug ins Ringefinale. Sein Abgang ist spektakulär: Dreifachsalto rückwärts. Mit dabei in dieser Riege ist auch der junge Armene Gagik Khachikyan, ein exzellenter Pauschenpferdturner.

Mit Barren-Weltmeister Joe Fraser dem zweifachen Olympiasieger Max Whitlock sind zwei Topstars direkt zu Beginn der Qualifikation am Start. Whitlock ist amtierender Weltmeister und Olympiasieger am Pauschenpferd, dazu gewann er Gold in Rio de Janeiro am Boden. Sein Ziel sollte klar sein: Den EM-Erfolg von 2019 am Pferd zu wiederholen. Fraser verzichtet auf einen Start im Mehrkampf, turnt am Pauschenpferd, Barren und Reck. Dazu ist Ungarns Nachwuchshoffnung Krisztian Balazs in dieser Riege. Besonders stark ist er am Barren und Reck.

Diese beiden Niederländer wollen im vierten Durchgang dieser Subdivision glänzen: Epke Zonderland und Bart Deurloo. Beide treten nur am Königsgerät Reck an. Seit vielen Jahren steht Zonderland für eine spektakuläre Flugshow am Reck. Bei der WM in Stuttgart verpasste das Finale.

Subdivision 2: 14-16.40 Uhr

David Belyavskiy gehört schon lange zum russischen Team. Besonders stark ist er am Pauschenpferd und Barren, Kandidat für das Mehrkampffinale ist er sowieso. Der Ringe Olympiasieger Eleftherios Petrounias verpasste eine WM-Medaille 2019, zählt dennoch weiterhin zu den besten Ringeturnern der Welt und ist auch in dieser Gruppe.

Die besten Schweizer Mehrkämpfer Pablo Brägger und Christian Baumann beginnen ihren Wettkampf am Pauschenpferd. Brägger war 15. im Mehrkampffinale von Stuttgart bei der EM 2017 gewann er Gold am Reck. Baumann gewann am Barren bei der EM 2015 Silber auch bei der EM 2019 stand er im Barrenfinale. Einer seiner schärfsten Konkurrenten ist der Deutsche Lukas Dauser. Dauser ist auch ein guter Mehrkämpfer, bei der teaminternen Qualifikation war er in Topform. 

Der älteste Turner der gesamten EM ist eine absolute Legende: Marian Dragulescu aus Rumänien. Das er an seinem Paradegerät Sprung noch immer konkurrenzfähig ist, beweist sein vierter Platz bei der WM in Stuttgart. Mit ihm in einer Riege ist der Franzose Leo Saladino, der hier in Basel bei den Senioren debütiert. Sein Paradegerät ist der Sprung. Dazu kommt der ein weiterer Routinier: Cyril Tommasone. Am Pauschenpferd ist der 33-jährige Franzose immer noch Weltspitze.

Mit dem Türken Ahmet Onder ist ein weiterer guter Mehrkämpfer in dieser Subdivision. Der Fünfte im Mehrkampffinale der EM 2019 beginnt am Sprung.

Mit dem Titelverteidiger am Barren Ferhat Arican ist ein weiterer Türke in diesem Durchgang, er beginnt direkt an seinem stärksten Gerät. Obwohl er auch ein guter Mehrkämpfer ist, startet er nur am Barren und Pauschenpferd. An allen sechs Geräten tritt der Niederländer Casimir Schmidt an. Mit dem jungen Italiener Lorenzo Casali ist ein weiterer solider Mehrkämpfer dabei. Außerdem ist mit Ibrahim Colak aus der Türkei der amtierende Welt- und Europameister an den Ringen in dieser Riege.

Subdivision 3: 17-19.40 Uhr

Der große Favorit auf den Mehrkampftitel ist der Russe Nikita Nagornyy. Er ist amtierender Weltmeister und gewann den Mehrkampftitel bei der EM 2019. Außerdem Weltmeister am Sprung, am Boden zeigte im Podiumstraining einen gebückten Dreifachsalto rückwärts. Hier beginnt Nagornyy auch zusammen mit seinem Landsmann Aleksandr Kartsev. Mit ihnen in der Riege: die Schweizer Noe Seifert, Benjamin Gischard, Marco Pfyl und Andrin Frey. Am Boden und Sprung hat Gischard Finalchancen. Dazu ist der Albaner Matvei Petrov, Titelverteidiger am Pauschenpferd, hier dabei.

Am Pauschenpferd beginnt in der dritten Subdivision Loris Frasca aus Frankreich. Er war bei der WM in Stuttgart im Mehrkampffinale, das möchte er sicherlich auch in Basel erreichen. Dazu kommt Artem Dolgopyat, Titelverteidiger am Boden aus Israel. Bei der WM in Stuttgart gewann er Silber.

Auch der Finne Oskar Kirmes möchte in das Mehrkampffinale. Bei der EM vor zwei Jahren erreichte er den 18. Platz. Robert Tvorogal ist amtierender Europameister am Reck. Bei der WM war er im Mehrkampffinale. Die beiden starten am Sprung.

Jake Jarman ist ein junger Brite, der sicherlich gute Chancen auf das Mehrkampffinale hat. Auch sein Landsmann Joshua Nathan tritt an allen sechs Geräten an. Mit Artur Davtyan und Vahagn Davtyan sind zwei Brüder mit in dieser Riege. Artur zählt eigentlich zu den besten Mehrkämpfen Europas, tritt in Basel aber lediglich am Pauschenpferd und Sprung an. Sein Bruder Vahagn zählt zu den besten Ringeturner Europas.

Am Reck beginnt einer der besten Turner an diesem Gerät: Tin Srbic aus Kroatien. Bei der EM und WM 2019 holte er jeweils Silber. 2017 gewann er bei der WM den Titel, Gold bei einer EM fehlt ihm noch. Mit Pawel Kaskow aus Polen ist ein Kandidat für das Mehrkampffinale mit in der Riege. Dazu kommt mit Igor Radivilov der Titelverteidiger am Sprung. Auch an den Ringen hat der Ukrainer gute Finalchancen.

Wer fährt noch nach Tokio?

Diese Turner haben gute Chancen auf die letzten Olympia-Tickets: Casimir Schmidt (NED), Illia Kovtun, Volodymyr Kostiuk (beide UKR), Jake Jarman, Joshua Nathan (beide GBR) und Aleksandr Kartsev (RUS).

Obwohl die Briten, Russen und Ukrainer für die Olympischen Spiele qualifiziert sind, können die aufgeführten Turner ein weiteres Ticket pro Nation lösen, da sie nicht im Team der WM 2019 waren.

Alle Startzeiten findet ihr hier:


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